Unterhaltsreinigung: das Rückgrat jedes Reinigungsbetriebs

Das deutsche Gebäudereiniger-Handwerk zählt rund 34.824 Betriebe und setzt jährlich etwa 27,55 Milliarden Euro um (BIV Branchenreport). Den größten Teil dieses Umsatzes tragen nicht die spektakulären Sonderaufträge, sondern die immer gleichen Wochenpläne: die Unterhaltsreinigung. Sie ist der Teil des Geschäfts, der jeden Monat wiederkommt, und genau deshalb entscheidet sie darüber, ob ein Betrieb planen kann oder von Auftrag zu Auftrag lebt.
Das Wichtigste in Kürze
- →Unterhaltsreinigung umfasst alle wiederkehrenden Arbeiten, die ein Gebäude im laufenden Betrieb nutzbar halten – nicht die Wiederherstellung eines Zustands
- →Ihr wirtschaftlicher Wert liegt in der Wiederholung: ein Objekt bindet einmal Akquiseaufwand und zahlt danach monatlich
- →Kalkuliert wird über die Zeit, nicht über den Quadratmeterpreis: Flächenleistung je Raumgruppe mal Durchgänge mal Verrechnungssatz
- →Rechenbasis 2026: 15,00 €/Std. Tariflohn in Lohngruppe 1 plus rund 29 % Personalzusatzkosten ergeben etwa 19,35 € Vollkosten je produktiver Stunde
- →Die Marge geht selten beim Preis verloren, sondern bei Wegezeiten, schleichendem Leistungszuwachs und fehlender Nachkalkulation
Was Unterhaltsreinigung umfasst
Unterhaltsreinigung ist die wiederkehrende Reinigung eines Gebäudes im laufenden Betrieb. Dazu gehören Böden kehren und wischen, Papierkörbe leeren, Sanitärbereiche reinigen und Verbrauchsmaterial auffüllen, Handkontaktflächen wie Klinken, Lichtschalter und Handläufe abwischen sowie Eingangs- und Verkehrsflächen in Ordnung halten. Der gemeinsame Nenner: Diese Arbeiten halten einen Zustand, sie stellen ihn nicht wieder her.
Die Abgrenzung nach oben ist wichtiger, als sie klingt. Grundreinigung löst Altverschmutzungen und alte Pflegefilme und fällt ein- bis zweimal im Jahr an. Bauendreinigung übergibt einen Rohzustand nutzbar. Sonderreinigung reagiert auf einen Anlass. Wer diese Leistungen nicht sauber trennt, arbeitet sie irgendwann kostenlos mit – der häufigste stille Margenverlust in Unterhaltsverträgen. Einen Überblick über alle Leistungsarten und ihre Einstiegshürden gibt unser Artikel zu den Reinigungsarten im Überblick.
Warum sie den Betrieb trägt
Der Wert der Unterhaltsreinigung liegt nicht im Stundensatz, sondern in der Wiederholung. Ein Objekt kostet einmal Akquiseaufwand, Besichtigung und Einarbeitung – danach erzeugt es jeden Monat Umsatz, ohne dass jemand neu verkaufen muss. Bei den Betrieben, die wir begleiten, ist genau das der Unterschied zwischen einem Kalender voller Einzeltermine und einem Betrieb, dessen Fixkosten am Monatsersten schon gedeckt sind.
Dazu kommen drei Effekte, die man selten auf der Rechnung sieht. Erstens die Personalplanung: Feste Touren lassen sich besetzen, Springer einplanen und Arbeitszeiten verlässlich zusagen – das ist in einer Branche, in der Beschäftigte knapp sind, ein echtes Argument im Vorstellungsgespräch. Zweitens die Liquidität: Monatliche Rechnungen mit gleichem Betrag machen Zahlungseingänge planbar. Drittens der Zugang: Wer wöchentlich im Objekt steht, bekommt Sonderreinigungen, Glasflächen und Grundreinigungen ohne Ausschreibung dazu.

Typische Objekte und Intervalle
Der Turnus ergibt sich aus Nutzungsfrequenz und Verschmutzungsgrad, nicht aus der Fläche. Ein 300 m² großes Büro mit 25 Arbeitsplätzen braucht deutlich mehr Durchgänge als ein 300 m² großes Archiv. Deshalb wird der Turnus je Einzelleistung festgelegt und nicht pauschal fürs Objekt: Sanitär täglich, Böden dreimal wöchentlich, Glasflächen innen monatlich.
- Büros und Verwaltungen – zwei- bis fünfmal wöchentlich, Sanitär meist täglich; das klassische Einstiegssegment mit planbaren Zeiten
- Arzt- und Zahnarztpraxen – täglich nach Sprechstundenende, mit erhöhten Hygieneanforderungen und festen Desinfektionsschritten
- Wohnanlagen und Treppenhäuser – meist wöchentlich, oft kombiniert mit Außenflächen; Details im Leitfaden zur Treppenhausreinigung für Hausverwaltungen
- Einzelhandel und Filialen – täglich vor Öffnung, kurze Zeitfenster, hohe Anforderungen an Pünktlichkeit
- Kanzleien, Steuerbüros, kleine Gewerbeeinheiten – ein- bis dreimal wöchentlich, häufig abends und mit Schlüsselübergabe
- Produktions- und Lagerflächen – Sozialräume täglich, Hallenflächen in längeren Intervallen und mit anderer Technik
Ein Hinweis aus der Praxis: Zeitfenster sind Teil des Preises. Reinigung zwischen 6 und 8 Uhr oder nach 20 Uhr bindet Personal zu Randzeiten und ist schwerer zu besetzen. Wer das im Angebot nicht abbildet, verkauft dieselbe Leistung zum selben Preis mit deutlich höherem Aufwand.
Flächenleistung als Kalkulationsbasis
Die Flächenleistung sagt, wie viele Quadratmeter eine eingearbeitete Kraft pro Stunde schafft. Sie ist der einzige belastbare Ausgangspunkt jeder Unterhaltskalkulation, weil sie sich pro Raumgruppe unterscheidet: Große, freie Verkehrsflächen laufen schnell, Sanitärbereiche und möblierte Einzelbüros deutlich langsamer. Wer mit einem Durchschnittswert übers ganze Objekt rechnet, kalkuliert Sanitär systematisch zu knapp.
Diese Werte sind Ausgangspunkte, keine Zusagen. Vor dem ersten Angebot lohnt sich immer ein Testdurchgang im Objekt: einmal komplett reinigen, Zeit je Raumgruppe stoppen, dann rechnen. Wer nach dem dritten Objekt eigene Werte hat, kalkuliert schneller und genauer als jede Tabelle. Wie du daraus einen belastbaren Stundensatz machst, zeigt der Leitfaden zum Stundensatz in der Gebäudereinigung.
Der Monatspreis im Rechenbeispiel
Unterhaltsreinigung wird als Monatspauschale verkauft, aber als Stundenleistung kalkuliert. Grundlage 2026: 15,00 €/Std. Tariflohn in Lohngruppe 1 (BIV) plus rund 29 % Personalzusatzkosten (Destatis) ergeben rund 19,35 € Vollkosten je produktiver Stunde. Nicht zu verwechseln mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 €/Std. – im Gebäudereinigerhandwerk gilt der höhere Tariflohn.
Beispiel: Bürofläche 800 m², fünfmal pro Woche
- 800 m² bei 300 m²/Std. Mischleistung → rund 2,7 Std. je Durchgang
- 5 Durchgänge pro Woche → 13,3 Std. wöchentlich → rund 57,7 Std. im Monat
- 57,7 Std. × 19,35 € Vollkosten = 1.117 € reine Personalkosten
- 57,7 Std. × 25,50 € Verrechnungssatz = 1.472 € netto Monatspreis
- Deckungsbeitrag: 57,7 Std. × 6,15 € = rund 355 € im Monat für Material, Gemeinkosten und Gewinn
Umgerechnet sind das etwa 1,84 € je m² und Monat. Diese Zahl ist das Ergebnis der Rechnung – wer sie zum Ausgangspunkt macht und rückwärts kalkuliert, landet regelmäßig unter den eigenen Kosten. Den vollständigen Rechenweg inklusive Nachkalkulation findest du unter Büroreinigung Kosten kalkulieren.
Wo die Marge tatsächlich verschwindet
Unterhaltsverträge werden selten am ersten Tag unwirtschaftlich. Sie rutschen über Monate ab, und meist merkt es niemand, weil die Rechnung ja jeden Monat gleich hoch ist. Vier Ursachen sehen wir in Betrieben immer wieder – in dieser Reihenfolge.
- Schleichender Leistungszuwachs. Erst die zusätzliche Teeküche, dann der neue Besprechungsraum, irgendwann die Fensterbänke außen. Jede Bitte für sich ist klein, in Summe ist es eine halbe Stunde pro Durchgang. Gegenmittel: Leistungsverzeichnis im Vertrag und Zusatzleistungen schriftlich beauftragen lassen.
- Wegezeiten. Bezahlt wird die Zeit im Objekt, kalkuliert wird oft ohne die Fahrt dazwischen. Eine halbe Stunde Leerfahrt am Tag summiert sich schnell auf einen dreistelligen Betrag pro Monat und Mitarbeiter – Details im Leitfaden zur Touren- und Einsatzplanung.
- Fehlende Nachkalkulation. Wer nie prüft, ob die kalkulierten 2,7 Stunden tatsächlich reichen, erfährt vom Problem erst, wenn die Kraft regelmäßig Überstunden schreibt oder das Ergebnis schlechter wird.
- Reklamationen als Dauerzustand. Jede Nacharbeit kostet Zeit, die nicht bezahlt wird. Ein einfacher Prüfrhythmus verhindert die meisten – wie das praktisch aussieht, steht in unserem Beitrag zur Qualitätssicherung in der Gebäudereinigung.

So gewinnst du die ersten Objekte
Unterhaltsobjekte werden selten spontan vergeben. Auftraggeber wechseln, wenn der bisherige Dienstleister unzuverlässig wird, wenn ein Objekt neu bezogen wird oder wenn ein Vertrag ausläuft. Wer in genau diesen Momenten schon bekannt ist, gewinnt – deshalb ist Akquise hier eher Ausdauer als Verkaufstalent.
Drei Wege funktionieren verlässlich. Hausverwaltungen und Objektbetreuer vergeben mehrere Objekte gleichzeitig und suchen Verlässlichkeit statt den niedrigsten Preis. Kleine Gewerbeeinheiten im Umkreis – Kanzleien, Praxen, Steuerbüros – entscheiden schnell und ohne Ausschreibung. Und das eigene Google Unternehmensprofil liefert genau die Anfragen, die andere Anbieter gerade nicht beantworten. Wie du Firmenkunden konkret ansprichst, zeigt der Leitfaden Gewerbekunden gewinnen, unsere Arbeitsweise findest du unter Leistungen.
Was im Angebot den Unterschied macht, ist selten der Preis: Es sind ein sauber gegliedertes Leistungsverzeichnis, eine klare Aussage zur Vertretung bei Krankheit und eine feste Ansprechperson. Genau das fragen Auftraggeber, bevor sie den Dienstleister wechseln – und genau da scheitern die meisten Mitbewerber-Angebote.
Zwölf Objekte, ein Kalender im Kopf – und montags fehlt jemand.
Sonntagabend, 21 Uhr: Eine Krankmeldung per WhatsApp. Du weißt, welche vier Objekte morgen früh betroffen sind, aber nicht, wer den Schlüssel hat und was im Objekt genau zu tun ist. Bis das geklärt ist, ist es Mitternacht – und am Dienstag kommt die Reklamation.
- ✓Jedes Objekt hat Leistungsverzeichnis, Schlüssel und Zugang hinterlegt – die Vertretung liest nach statt anzurufen.
- ✓Kalender und Schichten zeigen sofort, wer frei ist – Umplanen dauert Minuten statt Stunden.
- ✓Zeiterfassung je Objekt macht die Nachkalkulation zur Routine statt zum Bauchgefühl.
Häufig gestellte Fragen
Was gehört zur Unterhaltsreinigung?
Zur Unterhaltsreinigung zählen alle wiederkehrenden Arbeiten, die ein Gebäude im Alltag nutzbar halten: Böden kehren und wischen, Papierkörbe leeren, Sanitärbereiche reinigen und auffüllen, Handkontaktflächen wie Klinken und Lichtschalter abwischen sowie Verkehrsflächen und Eingangsbereiche pflegen. Alles, was seltener als monatlich anfällt, gehört in der Regel nicht dazu.
Wie oft sollte unterhaltsgereinigt werden?
Der Turnus richtet sich nach Frequenz und Verschmutzung, nicht nach Quadratmetern. Büros mit täglicher Belegung werden meist zwei- bis fünfmal pro Woche gereinigt, Sanitärbereiche in stark genutzten Objekten täglich, Treppenhäuser in Wohnanlagen üblicherweise wöchentlich. Wichtig ist, den Turnus je Einzelleistung festzulegen statt pauschal fürs ganze Objekt.
Wie kalkuliert man Unterhaltsreinigung richtig?
Über die Zeit, nicht über den Quadratmeterpreis. Man schätzt die Flächenleistung je Raumgruppe, rechnet daraus die Einsatzzeit pro Durchgang, multipliziert sie mit den Durchgängen im Monat und bewertet die Stunden mit dem eigenen Verrechnungssatz. Der Quadratmeterpreis ist am Ende nur ein Ergebnis dieser Rechnung, niemals ihr Ausgangspunkt.
Was ist der Unterschied zwischen Unterhalts- und Grundreinigung?
Die Unterhaltsreinigung hält den Zustand eines Gebäudes im laufenden Betrieb, die Grundreinigung stellt ihn wieder her. Grundreinigung löst Altverschmutzungen, entfernt alte Pflegefilme und wird ein- bis zweimal jährlich separat beauftragt und berechnet. Beide gehören in unterschiedliche Positionen des Angebots, sonst arbeitet man die aufwendigere Leistung kostenlos mit.
Worauf sollte man bei der Objektplanung achten?
Entscheidend sind drei Dinge: ein schriftliches Leistungsverzeichnis je Raumgruppe, eine feste Zuordnung von Mitarbeitern zu Objekten und eine nachvollziehbare Zeiterfassung. Wer Einsätze, Schlüssel und Prüfungen in einem System statt auf Zetteln führt, erkennt Abweichungen früh. Wir setzen dafür unser eigenes CRM Agency-Flow ein.
Fazit: unspektakulär, aber tragend
Die Unterhaltsreinigung gewinnt keine Preise, aber sie zahlt die Löhne. Wer sie sauber abgrenzt, über die Zeit kalkuliert und regelmäßig nachrechnet, baut einen Betrieb mit planbarem Monatsumsatz statt mit Auftragsspitzen. Die Spezialisierungen kommen danach – auf einer Basis, die trägt.
Reinigungsmarketing sorgt dafür, dass genau diese Objekte bei dir anfragen: Direktkunden aus deiner Region, exklusiv, ohne Ausschreibungsportale. Wenn du deinen Objektbestand aufbauen statt einzelne Aufträge jagen willst, ist das Erstgespräch der schnellste Weg.
Planbare Objekte statt einzelner Aufträge
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, welche Objektarten in deiner Region regelmäßig Dienstleister suchen – und wie du dort als Erster auf dem Tisch liegst.
Mo–Fr, 09:00–18:00 Uhr · Ansprechpartner: Dusan Andric, Leitung Beratung & Vertrieb