Büroreinigung Kosten kalkulieren (mit Rechenbeispiel)

Die meisten Angebote für Büroreinigung entstehen im Kopf: Fläche anschauen, Bauchgefühl, Pauschalpreis. Das geht so lange gut, bis der Tariflohn steigt. Seit Januar 2026 liegt er in der Unterhaltsreinigung bei 15,00 €/h (BIV), dazu kommen rund 29 % Personalzusatzkosten (Destatis). Dieser Leitfaden zeigt dir den kompletten Rechenweg vom Leistungswert bis zum Objektpreis, inklusive durchgerechnetem Beispiel für ein 800-m²-Büro.
Das Wichtigste in Kürze
- →Die Kalkulation hat nur drei Größen: Fläche geteilt durch Leistungswert, mal Verrechnungssatz, mal Frequenz
- →Richtwert für die Flächenleistung im Büro: 200 bis 400 m² pro Stunde, je nach Zuschnitt und Sanitäranteil
- →Der Verrechnungssatz startet beim Tariflohn von 15,00 €/h und landet über Zusatzkosten und Overhead bei etwa 25 €/h netto
- →Anfahrt, Rüstzeit und Schlüsselübergabe sind der häufigste blinde Fleck und machen kleine Objekte schnell unrentabel
- →Ohne Nachkalkulation über echte Zeiten bleibt jede Kalkulation eine Vermutung: Genau dafür braucht es Zeiterfassung im Objekt
Was kostet Büroreinigung pro Quadratmeter?
Als Marktorientierung liegt die Unterhaltsreinigung im Büro bei rund 0,80 bis 1,80 € pro m² und Monat. Diese Spanne wirkt groß, erklärt sich aber fast vollständig über die Frequenz: Ein Objekt, das zweimal wöchentlich gereinigt wird, landet am unteren Ende, ein täglich gereinigtes am oberen. Es sind Erfahrungswerte aus dem Markt, keine amtliche Statistik. Eine Behörde erhebt solche Endpreise nicht.
Wichtig ist die Bezugsgröße, und genau hier reden Anbieter und Kunden regelmäßig aneinander vorbei. Pro einzelnem Reinigungsgang liegt derselbe Preis nämlich nur bei etwa 0,07 bis 0,13 € pro m². Beide Zahlen sind richtig, sie beschreiben nur unterschiedliche Dinge. Nenne im Angebot deshalb immer den Monatspreis und die Frequenz zusammen, sonst wirkt dein Preis grundlos hoch oder verdächtig niedrig.
Die vollständige Preisübersicht über alle Leistungsarten, von der Grundreinigung bis zur Bauendreinigung, steht in unserem Leitfaden Gebäudereinigung Preise pro m².
Wie kommst du vom Tariflohn zum Verrechnungssatz?
Jede seriöse Kalkulation beginnt beim Lohn. In Lohngruppe 1 der Gebäudereinigung, also der klassischen Unterhaltsreinigung, gilt 2026 ein Tariflohn von 15,00 €/h; in Lohngruppe 6 für Glas- und Fassadenreinigung sind es 18,40 €/h (BIV). Nicht zu verwechseln mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 €/h (BMAS), der in dieser Branche nicht die maßgebliche Untergrenze ist.
Auf den Lohn kommen laut Destatis rund 29 % Personalzusatzkosten, also etwa 4,35 € je Stunde. Danach folgen Overhead und unproduktive Zeiten, dann der Gewinnaufschlag. Das Ergebnis liegt in der Unterhaltsreinigung bei etwa 25 €/h netto. Die Faustregel dahinter lautet: Branchenmindestlohn mal 1,7.
Wie die einzelnen Bausteine im Detail entstehen, inklusive Umgang mit Urlaub, Krankheit und Springerzeiten, zeigt der Leitfaden Stundensatz in der Gebäudereinigung kalkulieren. Die aktuellen Lohngruppen findest du in der Übersicht Tariflohn Gebäudereinigung 2026.

Welche Leistungswerte gelten in der Büroreinigung?
Der Leistungswert sagt, wie viele Quadratmeter eine Reinigungskraft pro Stunde schafft. Als Richtwert gelten in der Unterhaltsreinigung von Büroflächen 200 bis 400 m² pro Stunde. Er ist die empfindlichste Größe der gesamten Kalkulation: Wer statt 250 m²/h mit 350 m²/h rechnet, kalkuliert das Objekt rund 40 % zu billig, ohne dass es im Angebot sichtbar wird.
Vier Merkmale verschieben den Wert spürbar:
- Zuschnitt: Offene Großraumflächen liegen am oberen Ende, viele kleine Einzelbüros mit Türen und Ecken am unteren.
- Sanitäranteil: WC-Bereiche und Teeküchen kosten ein Vielfaches der Zeit pro m² gegenüber Bürofläche und gehören separat kalkuliert.
- Möblierungsgrad: Freie Böden lassen sich schnell reinigen, vollgestellte Arbeitsplätze mit Rollcontainern und Kabeln nicht.
- Bodenbelag: Teppich mit Saugen geht schneller als Hartboden mit Wischen, dafür braucht Teppich regelmäßig eine Grundreinigung.
Der beste Leistungswert ist der gemessene. Nimm bei den ersten Objekten die tatsächliche Zeit auf und vergleiche sie mit deiner Annahme. In den Betrieben, die wir begleiten, liegt der real gemessene Wert bei der ersten Reinigung eines neuen Objekts fast immer unter dem geschätzten, weil Einarbeitung und Erstverschmutzung unterschätzt werden.
Rechenbeispiel: 800 m² Bürofläche, dreimal pro Woche
Ein typisches mittelständisches Büro: 800 m² Gesamtfläche mit Großraumbereich, sechs Einzelbüros, zwei Sanitäranlagen und einer Teeküche. Gereinigt wird dreimal wöchentlich. Angenommener Leistungswert: 300 m²/h. Verrechnungssatz: 25 €/h netto. So sieht der Rechenweg Schritt für Schritt aus.
- Schritt 1 · Zeit pro Gang: 800 m² ÷ 300 m²/h = 2,67 Stunden
- Schritt 2 · Kosten pro Gang: 2,67 h × 25 €/h = 66,75 € netto
- Schritt 3 · Gänge pro Monat: 3 × pro Woche × 4,33 Wochen = 13 Gänge
- Schritt 4 · Objektpreis: 13 × 66,75 € = 867,75 € netto pro Monat
- Kontrollrechnung: 867,75 € ÷ 800 m² = 1,08 €/m² und Monat
Der Wert liegt sauber innerhalb der Marktspanne von 0,80 bis 1,80 €/m² und Monat. Diese Kontrollrechnung solltest du bei jedem Angebot machen: Landet dein Ergebnis darunter, hast du dich meist beim Leistungswert vertan.
Was in diesen 867,75 € noch nicht steckt: Verbrauchsmaterial wie Papierhandtücher, Seife und Müllbeutel, die Glasreinigung, die jährliche Grundreinigung und eventuelle Sonderleistungen. Rechne diese Positionen getrennt und weise sie im Angebot einzeln aus. Das schützt dich bei Nachverhandlungen, weil der Kunde sieht, welche Leistung er streicht, wenn er den Preis drücken will.
Und wenn der Kunde trotzdem einen niedrigeren Preis will? Dann senkst du die Frequenz, nicht den Stundensatz. Zweimal statt dreimal wöchentlich ergibt rund 578 € statt 868 € und bleibt kalkulatorisch sauber. Ein Nachlass auf den Verrechnungssatz dagegen geht direkt vom Gewinn ab. Wie du solche Angebote nachvollziehbar aufbaust, zeigt der Leitfaden Angebote schreiben in der Gebäudereinigung.

Welche Faktoren treiben die Kosten nach oben?
Zwei Objekte mit identischer Fläche können sich im Aufwand um die Hälfte unterscheiden. Wer bei der Besichtigung nur die Quadratmeter notiert, übersieht genau die Punkte, die später Zeit kosten. Diese fünf Faktoren solltest du bei jedem Objekt bewusst durchgehen und im Angebot berücksichtigen.
- Anfahrt und Objektgröße: Zwanzig Minuten Fahrt für ein 150-m²-Büro sind anteilig teurer als für ein 800-m²-Objekt. Kleine Objekte mit weiter Anfahrt brauchen einen Zuschlag oder eine Mindestpauschale.
- Reinigungszeitfenster: Reinigung außerhalb der Bürozeiten geht schneller, kann aber Zuschläge auslösen. Reinigung im laufenden Betrieb dauert deutlich länger.
- Sanitär- und Küchenanteil: Der zeitintensivste Bereich pro Quadratmeter. Bei hohem Anteil sinkt der Gesamtleistungswert des Objekts spürbar.
- Zugang und Schlüssel: Schlüsselübergabe, Alarmanlage und Einweisung kosten Zeit, oft bei jedem Personalwechsel erneut.
- Personalfluktuation: Jede neue Kraft braucht Einarbeitung im Objekt. Wer viel Wechsel hat, verliert Leistung, ohne dass es in der Kalkulation auftaucht.
Der letzte Punkt wird regelmäßig unterschätzt. Ein eingespieltes Team erreicht in einem bekannten Objekt spürbar höhere Leistungswerte als eine wechselnde Besetzung, die jedes Mal neu sucht, wo die Materialkammer ist. Wie du gute Kräfte findest, zeigt der Leitfaden Reinigungskräfte finden.
Warum entscheidet die Nachkalkulation über die Marge?
Eine Vorkalkulation ist eine Annahme. Ob sie stimmt, weiß man erst, wenn die tatsächlichen Zeiten aus dem Objekt vorliegen. Genau hier endet bei den meisten Betrieben der Prozess: Das Angebot wird gerechnet, der Auftrag läuft, und ob die kalkulierten 2,67 Stunden real eingehalten werden, prüft niemand. Verlustobjekte fallen dann erst beim Jahresabschluss auf.
Dabei ist der Abgleich simpel: erfasste Ist-Stunden gegen kalkulierte Soll-Stunden, pro Objekt und Monat. Weicht ein Objekt dauerhaft ab, hast du zwei Optionen, nämlich Leistung anpassen oder Preis nachverhandeln. Beides setzt voraus, dass du die Zahlen überhaupt hast. Ohne digitale Zeiterfassung im Objekt bleibt die Nachkalkulation Schätzung.
Ein Objekt frisst deine Marge. Du merkst es im März.
Kalkuliert waren 2,67 Stunden pro Gang. Real sind es 3,5, seit im Sommer die Teeküche dazukam. Dreizehn Gänge im Monat, ein Jahr lang, ohne dass es jemand nachgerechnet hat. Das Objekt läuft, der Kunde ist zufrieden, und trotzdem verlierst du mit jedem Termin Geld.
- ✓Zeiterfassung direkt im Objekt: Ist-Stunden pro Auftrag, statt Zettel und Erinnerung am Monatsende.
- ✓Einsatz- und Schichtplanung mit Kalender-Sync, damit Springer und Urlaubsvertretung nicht die Leistungswerte kippen.
- ✓Angebot, Objektfotos und Rechnung an einem Ort, sodass Nachverhandlungen auf Zahlen statt auf Erinnerung basieren.
Welche Funktionen im Reinigungsalltag wirklich zählen und worauf du bei der Auswahl achten solltest, zeigt der Überblick CRM & Software für Reinigungsfirmen. Und wenn du gezielt größere Büroobjekte gewinnen willst, hilft der Leitfaden Gewerbekunden gewinnen. Was wir konkret für Reinigungsunternehmen übernehmen, steht auf unserer Seite Leistungen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet Büroreinigung pro Quadratmeter?
Als Marktorientierung liegt die Unterhaltsreinigung im Büro bei rund 0,80 bis 1,80 € pro m² und Monat, abhängig von der Reinigungsfrequenz. Pro einzelnem Reinigungsgang entspricht das bei üblichen Leistungswerten etwa 0,07 bis 0,13 € pro m². Das sind Erfahrungswerte aus dem Markt, keine amtliche Statistik.
Wie viele Quadratmeter schafft eine Reinigungskraft pro Stunde im Büro?
Als Richtwert gelten in der Unterhaltsreinigung von Büroflächen etwa 200 bis 400 m² pro Stunde. Großraumbüros mit freien Flächen liegen am oberen Ende, verwinkelte Einzelbüros mit vielen Sanitärbereichen und Küchen deutlich darunter. Den Wert solltest du im eigenen Objekt messen statt schätzen.
Wie berechne ich den Monatspreis für ein Büroobjekt?
Fläche geteilt durch den Leistungswert ergibt die Stunden pro Reinigungsgang. Diese Stunden multiplizierst du mit deinem Verrechnungssatz und anschließend mit der Anzahl der Gänge pro Monat. Verbrauchsmaterial, Glasreinigung und Grundreinigung kalkulierst du getrennt und weist sie im Angebot separat aus.
Worauf sollte man bei der Kalkulation der Büroreinigung besonders achten?
Auf die unproduktiven Zeiten. Anfahrt, Schlüsselübergabe, Rüstzeit und Materialtransport tauchen in keiner Flächenberechnung auf, kosten aber Lohn. Wer nur die reine Reinigungszeit kalkuliert, verliert bei kleinen Objekten mit weiter Anfahrt regelmäßig Geld, ohne es zu bemerken.
Warum ist mein kalkulierter Preis oft höher als der Wettbewerb?
Weil viele Angebote unter den tatsächlichen Personalkosten liegen. Der Tariflohn in der Unterhaltsreinigung beträgt 2026 15,00 €/h, dazu kommen rund 29 % Personalzusatzkosten. Wer deutlich unter etwa 25 €/h Verrechnungssatz anbietet, rechnet entweder ohne Zusatzkosten oder ohne Gewinn.
Fazit: Drei Zahlen entscheiden
Die Kalkulation der Büroreinigung ist keine Kunst, sondern eine Kette aus drei Größen: Leistungswert, Verrechnungssatz und Frequenz. Wer alle drei sauber ansetzt und das Ergebnis über den Preis pro Quadratmeter gegenprüft, liegt selten daneben. Gefährlich wird es erst, wenn eine der drei Zahlen geschätzt statt gemessen wird, und das ist fast immer der Leistungswert.
Der zweite Hebel liegt außerhalb der Tabelle: Wer nur über den Preis konkurriert, muss immer der Günstigste sein. Wer sichtbar ist, schnell reagiert und ein sauberes Angebot liefert, verkauft auch zum kalkulierten Preis. Genau daran arbeitet Reinigungsmarketing mit Reinigungsunternehmen, exklusiv pro Region und mit Direktkunden statt Ausschreibungen.
Sauber kalkuliert. Jetzt fehlen die Objekte.
Im kostenlosen Erstgespräch zeigen wir dir, wie du in deiner Region an Büroobjekte kommst, die deinen kalkulierten Preis auch zahlen.
Mo–Fr, 09:00–18:00 Uhr · Ansprechpartner: Dusan Andric, Leitung Beratung & Vertrieb