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Gebäudereinigung Preise pro m²: Preistabelle 2026

14. Juli 2026Gennadios Tsachidis11 Min. Lesezeit
Zwei professionelle Reinigungskräfte bei der Unterhaltsreinigung eines modernen Objekts – Gebäudereinigung Preise pro m² kalkulieren
Bild: Pexels – professionelle Unterhaltsreinigung im Objekt

Das deutsche Gebäudereiniger-Handwerk setzt jährlich rund 27,55 Milliarden Euro um – verteilt auf 34.824 Betriebe (BIV). Trotz dieser Größe gibt es keine amtliche Preistabelle pro Quadratmeter. Dieser Leitfaden zeigt dir realistische Orientierungswerte für jede Reinigungsart – und wie du deine echte Preisuntergrenze sauber aus dem Tariflohn herleitest, statt dich an fremden Zahlen zu verkalkulieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Marktübliche Orientierung: Unterhaltsreinigung 0,80–1,80 €/m², Grundreinigung 2,50–6,00 €/m², Glasreinigung 1,50–4,00 €/m², Bauendreinigung 3,00–8,00 €/m² – Erfahrungswerte, keine amtliche Statistik
  • Eine verbindliche Quadratmeter-Preistabelle existiert nicht – belastbar ist nur der allgemeinverbindliche Tariflohn (LG1: 15,00 €/h ab 2026)
  • Deine seriöse Preisuntergrenze liegt bei rund 25 €/h Verrechnungssatz – alles deutlich darunter ist rechnerisch nicht kostendeckend
  • Der m²-Preis sinkt mit Fläche und Frequenz und steigt mit Verschmutzung, Möblierung und Sonderanforderungen
  • Kalkuliere nie vom Quadratmeterpreis rückwärts, sondern immer vom Stundenverrechnungssatz und der Flächenleistung nach vorne

Was kostet Gebäudereinigung pro m²?

Als grobe Marktorientierung liegt die Unterhaltsreinigung bei rund 0,80–1,80 €/m² pro Reinigungsgang, die Grundreinigung bei 2,50–6,00 €/m², die Glasreinigung bei 1,50–4,00 €/m² Glasfläche und die Bauendreinigung bei 3,00–8,00 €/m². Wichtig: Das sind Erfahrungs- und Redaktionswerte aus dem Markt, keine amtliche Statistik – eine offizielle Behörde erhebt solche Endpreise nicht.

Diese Spannen taugen als erster Anhaltspunkt, niemals als Kalkulationsgrundlage. Ein Preis am unteren Rand kann in einem großen, täglich gereinigten Bürogebäude auskömmlich sein und in einer kleinen, wöchentlich gereinigten Praxis zum Verlustgeschäft werden. Die Tabelle unten zeigt die Bandbreiten im Überblick – die eigentliche Arbeit beginnt danach: bei deiner eigenen Kalkulation.

Preisspannen pro m² nach Reinigungsart (Marktorientierung)Preisspannen pro m² nach Reinigungsart (Orientierung)Unterhaltsreinigung0,80–1,80 €Glasreinigung1,50–4,00 €Treppenhausreinigung2,50–5,00 €Grundreinigung2,50–6,00 €Bauendreinigung3,00–8,00 €0 €2 €4 €6 €8 €
Marktorientierung Reinigungsmarketing 2026 (€/m² pro Reinigungsgang bzw. Einsatz) – keine amtliche Statistik

Warum es keine offizielle Quadratmeter-Preistabelle gibt

Es klingt unbequem, ist aber die Wahrheit: Keine neutrale Stelle – weder Destatis, das Statistische Bundesamt, noch der Branchenverband BIV oder die IHK – veröffentlicht verbindliche Endpreise pro Quadratmeter. Jede Tabelle, die „offizielle" m²-Preise verspricht, stammt in Wirklichkeit von einzelnen Anbietern und beschreibt bestenfalls deren eigene Kalkulation. Als Fakt belegbar ist so eine Zahl nicht.

Belastbar ist dagegen eine ganz andere Größe: der allgemeinverbindliche Branchen-Tariflohn. Er ist per Rechtsverordnung für alle Betriebe gültig, auch für nicht tarifgebundene. Ab dem 1. Januar 2026 liegt er in Lohngruppe 1 (Innen- und Unterhaltsreinigung) bei 15,00 €/h und in Lohngruppe 6 (Glas- und Fassadenreinigung) bei 18,40 €/h (BIV, Tariflöhne 2026). Von dieser harten Zahl aus rechnest du deine Preisuntergrenze – nicht von einer fremden m²-Tabelle.

Preise nach Reinigungsart im Detail

Jede Reinigungsart hat ihre eigene Preislogik, weil Flächenleistung und Anforderungen sich stark unterscheiden. Die folgenden Werte sind erneut Marktorientierung – sie helfen beim Einordnen, ersetzen aber nie deine objektbezogene Kalkulation.

  • Unterhaltsreinigung (0,80–1,80 €/m²): der regelmäßige Klassiker in Büros, Praxen und Treppenhäusern. Pro Gang niedrig, in Summe der wertvollste Umsatz, weil planbar und wiederkehrend. Flächenleistung Büro: grob 200–400 m²/h.
  • Grundreinigung (2,50–6,00 €/m²): die intensive Tiefenreinigung, oft ein- bis zweimal jährlich. Höherer Preis wegen Maschineneinsatz, Grundreiniger und deutlich geringerer Flächenleistung.
  • Glas- und Fensterreinigung (1,50–4,00 €/m² Glasfläche): abgerechnet nach Glasfläche, nicht nach Bodenfläche. Preis steigt mit Höhe, Sprossen, Erreichbarkeit und Sicherungsaufwand – hier gilt der höhere Tariflohn der Lohngruppe 6.
  • Treppenhausreinigung (2,50–5,00 €/m² pro Turnus): beliebt bei Hausverwaltungen. Der Preis pro m² wirkt hoch, weil die reine Fläche klein ist, aber viele Wege, Handläufe und Ecken Zeit kosten.
  • Bauendreinigung (3,00–8,00 €/m²): die margenstärkste, aber anspruchsvollste Nische. Baustaub, Klebereste und Termindruck rechtfertigen den höchsten Quadratmeterpreis.
Reinigungskraft reinigt mit rotem Abzieher eine Glasfläche – Glasreinigung wird nach Glasfläche pro m² abgerechnet
Bild: Pexels – Glasreinigung wird nach Glasfläche kalkuliert, nicht nach Bodenfläche

Wie du deine Preisuntergrenze aus dem Tariflohn herleitest

Statt eine fremde Zahl zu übernehmen, rechnest du in vier Schritten deine eigene Untergrenze. Basis ist der Tariflohn der Lohngruppe 1 (15,00 €/h ab 2026). Darauf kommen laut Statistischem Bundesamt rund 29 % Personalzusatzkosten – also alle Arbeitgeber-Sozialabgaben plus bezahlte Ausfallzeiten wie Urlaub, Feiertage und Krankheit (Destatis).

  1. Bruttolohn: 15,00 €/h (Tariflohn LG1, 2026)
  2. + Personalzusatzkosten ~29 %: ≈ 19,35 €/h reine Personalkosten
  3. + Gemeinkosten & unproduktive Zeit (Fahrt, Rüstzeit, Büro, Material): ≈ 23–24 €/h
  4. + Wagnis & Gewinn:25 €/h als seriöser Mindest-Verrechnungssatz

Diese Größenordnung deckt sich mit der Faustregel, auf den Branchenmindestlohn rund 70 % aufzuschlagen (15,00 € × 1,70 ≈ 25,50 €/h). Erst diesen Stundensatz teilst du durch deine Flächenleistung: 25 €/h geteilt durch 300 m²/h ergibt rund 0,08 €/m² pro Gang – multipliziert mit der Frequenz entsteht der Objektpreis. Wie du den Verrechnungssatz sauber und mit allen Bausteinen aufbaust, zeigt Schritt für Schritt unser Leitfaden zum Stundensatz in der Gebäudereinigung kalkulieren.

Welche Faktoren den Quadratmeterpreis bestimmen

Warum reicht die Spanne bei der Unterhaltsreinigung von 0,80 € bis 1,80 € – mehr als das Doppelte? Weil derselbe Handgriff je nach Objekt eine völlig andere Zeit braucht. Fünf Faktoren verschieben deinen Preis pro m² nach oben oder unten, und du solltest sie bei jeder Besichtigung bewusst durchgehen.

  • Objektgröße: Je größer die zusammenhängende Fläche, desto höher die Flächenleistung und desto niedriger der m²-Preis. Große Flächen sind pro Quadratmeter günstiger.
  • Frequenz: Tägliche Reinigung hält den Schmutz niedrig und die Leistung hoch – der m²-Preis sinkt. Seltene Einsätze bedeuten mehr Aufwand pro Gang.
  • Verschmutzungsgrad & Nutzung: Produktion, Gastronomie oder Publikumsverkehr treiben den Preis; ein ruhiges Büro senkt ihn.
  • Möblierung & Grundriss: Viele Ecken, Möbel und Sanitärbereiche kosten Zeit – offene Flächen sind schneller.
  • Region & Sonderanforderungen: Lohnniveau, Anfahrt, Dokumentationspflichten und Hygienevorgaben (z. B. in Praxen) verändern die Kalkulation spürbar.
Fachkraft in Schutzausrüstung bei einer intensiven Grund- und Desinfektionsreinigung – höherer Quadratmeterpreis
Bild: Pexels – intensive Grund- und Sonderreinigung rechtfertigt einen höheren m²-Preis

Der teuerste Kalkulationsfehler: zu billig anbieten

Der häufigste Fehler junger Betriebe ist nicht ein zu hoher, sondern ein zu niedriger Preis. Wer bei 0,60 €/m² einsteigt, um den Auftrag „sicher" zu bekommen, hat die 29 % Personalzusatzkosten, unproduktive Zeiten und den eigenen Gewinn oft gar nicht eingerechnet – und arbeitet ab dem ersten Tag unter Kosten. Ein einmal zu niedrig kalkulierter Dauerauftrag frisst dann monatelang Marge.

In den Betrieben, die wir begleiten, ist die Reihenfolge entscheidend: erst den kostendeckenden Verrechnungssatz festlegen, dann in einen sauberen Quadratmeterpreis übersetzen – und den im Angebot selbstbewusst vertreten. Wer seine Zahlen kennt, muss nicht über den Preis konkurrieren, sondern über Zuverlässigkeit. Genau da beginnt der Unterschied zwischen einem beschäftigten und einem profitablen Betrieb.

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Die Besichtigung war am Dienstag, das Aufmaß steht auf einem Zettel im Transporter. Bis du abends am Schreibtisch den Quadratmeterpreis zusammengerechnet und das Angebot getippt hast, ist Donnerstag – und der schnellere Betrieb hat schon unterschrieben. So verliert man Aufträge nicht am Preis, sondern am Tempo.

  • Aufmaß, Verrechnungssatz und Frequenz direkt im Objekt eingeben – das Angebot ist fertig, bevor du wieder im Auto sitzt.
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Wenn du beim Thema Preis grundsätzlich raus aus dem Wettbewerb willst, lohnt der Blick in unseren Leitfaden zur Preisgestaltung im Reinigungssektor. Und wer die profitablen Dauerkunden hinter diesen Preisen sucht, findet die Strategie unter Gewerbekunden gewinnen.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet Gebäudereinigung pro m²?

Als Marktorientierung liegen Unterhaltsreinigung bei rund 0,80–1,80 €/m² pro Reinigungsgang, Grundreinigung bei 2,50–6,00 €/m², Glasreinigung bei 1,50–4,00 €/m² Glasfläche und Bauendreinigung bei 3,00–8,00 €/m². Das sind Erfahrungswerte, keine amtliche Statistik – der konkrete Preis hängt von Fläche, Frequenz und Verschmutzungsgrad ab.

Gibt es eine offizielle Preistabelle für Gebäudereinigung?

Nein. Weder Destatis, BIV noch die IHK erheben verbindliche Quadratmeterpreise. Kursierende Tabellen sind Markt- und Erfahrungswerte. Belastbar ist dagegen der allgemeinverbindliche Branchen-Tariflohn: Ab 2026 gilt in Lohngruppe 1 (Unterhaltsreinigung) ein Mindestlohn von 15,00 €/h. Daraus lässt sich eine seriöse Preisuntergrenze rechnen.

Wie berechne ich den Quadratmeterpreis für Unterhaltsreinigung?

Du ermittelst die Leistung in m² pro Stunde (Richtwert Büro: 200–400 m²/h) und teilst deinen Stundenverrechnungssatz durch diese Leistung. Beispiel: 30 €/h Verrechnungssatz geteilt durch 300 m²/h ergibt 0,10 €/m² pro Gang. Multipliziert mit der Reinigungsfrequenz ergibt sich der monatliche Objektpreis.

Warum sind Reinigungspreise pro m² so unterschiedlich?

Der Quadratmeterpreis sinkt mit der Objektgröße und der Reinigungsfrequenz und steigt mit Verschmutzungsgrad, Möblierungsdichte und Sonderanforderungen. Eine große, täglich gereinigte Bürofläche wird pro m² deutlich günstiger als eine kleine, selten gereinigte Praxis mit vielen Ecken und Sanitärbereichen.

Wie hoch ist die Preisuntergrenze in der Gebäudereinigung 2026?

Aus dem Tariflohn 2026 (15,00 €/h) plus rund 29 % Personalzusatzkosten laut Destatis, unproduktiven Zeiten, Gemeinkosten und Gewinn ergibt sich ein kalkulatorischer Mindest-Verrechnungssatz von etwa 25 €/h netto. Wer deutlich darunter anbietet, arbeitet rechnerisch nicht kostendeckend – unabhängig vom Quadratmeterpreis.

Fazit: Erst rechnen, dann Preis nennen

Eine seriöse Preistabelle pro Quadratmeter gibt es nicht als amtliche Vorgabe – und genau das ist die Chance. Wer die Orientierungswerte kennt, seine Untergrenze aus dem Tariflohn herleitet und die objektabhängigen Faktoren sauber einpreist, kalkuliert belastbar statt aus dem Bauch. Der Quadratmeterpreis ist am Ende nur das Ergebnis einer guten Stundenkalkulation, nie ihr Ausgangspunkt.

Reinigungsmarketing hilft Reinigungsunternehmen, die planbaren Dauerkunden zu gewinnen, bei denen sich eine profitable Kalkulation überhaupt erst lohnt – Direktkunden, keine Ausschreibungen, exklusiv pro Region. Wer nicht über den Preis, sondern über Zuverlässigkeit gewinnen will, sollte das kostenlose Erstgespräch nutzen.

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Mo–Fr, 09:00–18:00 Uhr · Ansprechpartner: Dusan Andric, Leitung Beratung & Vertrieb