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Preisgestaltung & Kalkulation: So verlassen Sie den Preiskampf

28. Februar 2026JDK Marketing10 Min. Lesezeit

Viele Reinigungsunternehmer wissen, was sie pro Stunde verlangen. Aber wissen sie auch, was sie pro Stunde wirklich verdienen? Zwischen Stundenverrechnungssatz und tatsächlicher Marge liegt oft mehr als eine Überraschung.

Das Problem mit dem Bauchgefühl-Preis

„Was nehmen die anderen?" ist die häufigste Kalkulationsgrundlage im Reinigungsgewerbe. Das Ergebnis: Preise, die den Wettbewerb spiegeln, aber nicht Ihre Kosten. Wer günstiger als nötig anbietet, verliert Marge. Wer teurer ist ohne Begründung, verliert den Auftrag.

Professionelle Preisgestaltung beginnt mit einer ehrlichen Kostenanalyse. Was kostet eine Mitarbeiterstunde wirklich? Inklusive Sozialabgaben, Urlaub, Krankheit, Einarbeitung, Fahrtzeit, Reinigungsmittel, Maschinen, Verwaltung und Ihrem eigenen Unternehmerlohn.

Den echten Stundenverrechnungssatz berechnen

Der Stundenverrechnungssatz ist die Grundlage jeder Kalkulation. Er muss alle Kosten decken und eine Marge für Reinvestition und Wachstum enthalten. Ein typischer Wert für einen Reinigungsbetrieb mit 5 bis 15 Mitarbeitern liegt zwischen 28 und 42 Euro netto – je nach Region, Leistungsart und Positionierung.

Beispielkalkulation: Stundenverrechnungssatz

PositionBetrag
Bruttolohn Mitarbeiter14,50 € / Std.
Lohnnebenkosten (~30 %)4,35 € / Std.
Reinigungsmittel & Material1,20 € / Std.
Fahrtkosten & Fuhrpark1,80 € / Std.
Verwaltung & Overhead2,50 € / Std.
Unternehmerlohn (anteilig)3,00 € / Std.
Mindestpreis (Kostendeckung)27,35 € / Std.
+ 25 % Gewinnmarge34,19 € / Std.

Beispielkalkulation – Ihre Zahlen weichen je nach Betrieb und Region ab.

Preispsychologie: Warum Qualität ihren Preis braucht

B2B-Kunden kaufen nicht den günstigsten Anbieter – sie kaufen den verlässlichsten. Ein Bürokomplex, der seinen Reinigungsdienstleister wechseln muss, verliert mehr durch Ausfälle und Einarbeitung als durch einen 15 % höheren Preis.

Das bedeutet: Wer professionell auftritt, gute Referenzen hat und Transparenz bietet, kann und soll mehr verlangen. Der Preis ist ein Signal für Qualität – nicht nur ein Wettbewerbsfaktor. Zu günstig zu sein kann Sie einen Auftrag kosten, weil der Kunde zweifelt.

Leistungspakete statt Einzelpreise

Wer nur nach Stunden abrechnet, macht Vergleiche einfach und Preiskämpfe unvermeidlich. Leistungspakete – „Rundum-sorglos-Paket für Bürogebäude bis 500 m²" – machen Vergleiche schwer und kommunizieren Wert statt Preis.

Drei Pakete mit klaren Leistungsbeschreibungen (Basic, Professional, Premium) geben dem Kunden Auswahl und Ihnen Kontrolle. Das mittlere Paket wird am häufigsten gewählt. Mit dem Ergebnis: höherer Umsatz pro Auftrag bei gleichem Akquisitionsaufwand.

Preisanpassungen kommunizieren

Mindestlohnerhöhungen, steigende Materialkosten, neue Tarifverträge: Reinigungsunternehmen müssen regelmäßig ihre Preise anpassen. Viele tun es nicht aus Angst vor Kundenverlust.

Der richtige Weg: frühzeitig ankündigen, sachlich begründen, Kontinuität betonen. „Ab dem 1. Januar passen wir unsere Preise um X % an, um die gestiegenen Lohnkosten zu decken und weiterhin die gleiche Qualität zu sichern" – ein solches Schreiben vier bis sechs Wochen vorher ist professionell und wird von Stammkunden respektiert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Echten Stundenverrechnungssatz kennen – alle Kosten inklusive
  • Preise sind Qualitätssignale – zu günstig schadet dem Abschluss
  • Leistungspakete statt Einzelpreise – weniger Vergleichbarkeit, mehr Wert
  • Preiserhöhungen frühzeitig, sachlich und selbstbewusst kommunizieren

Fazit: Preis ist Strategie

Wer seine Preise strategisch setzt, verliert weniger Aufträge als befürchtet und gewinnt mehr Marge als erwartet. Die Grundlage ist eine ehrliche Kostenanalyse – und das Selbstbewusstsein, Qualität entsprechend zu bepreisen.

Wenn Sie wissen möchten, ob Ihre aktuelle Preisstruktur Wachstum erlaubt oder verhindert, sprechen wir das im kostenlosen Erstgespräch durch.

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