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Welche Reinigung ist am profitabelsten? Der Margenvergleich

6. August 2026Gennadios Tsachidis12 Min. Lesezeit
Hände rechnen mit Taschenrechner und Unterlagen die Marge einer Reinigungsart aus
Bild: Pexels

In einer Branche, in der die Löhne den mit Abstand größten Kostenblock bilden, entscheidet nicht der Umsatz über den Gewinn, sondern die Stunde. Seit Januar 2026 liegt der Tariflohn in Lohngruppe 1 bei 15,00 Euro, in Lohngruppe 6 bei 18,40 Euro (BIV). Wer wissen will, welche Reinigung sich wirklich lohnt, muss deshalb aufhören, Quadratmeterpreise zu vergleichen. Dieser Beitrag zeigt dir den Rechenweg und die realistische Rangfolge.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die richtige Kennzahl ist der Deckungsbeitrag pro Einsatzstunde, nicht der Preis pro Quadratmeter
  • Pro Stunde liegen Sonder-, Industrie- und Glasreinigung vorn, über das Jahr gewinnt oft die Unterhaltsreinigung
  • Ausgangswert für jede Kalkulation: 15,00 €/h Tariflohn plus rund 29 % Personalzusatzkosten (Destatis)
  • Die vier klassischen Margenkiller heißen Fahrzeit, Rüstzeit, Nachlass und fehlende Nachkalkulation
  • Ohne erfasste Ist-Zeiten je Objekt bleibt jede Aussage zur Marge eine Vermutung

Welche Reinigung ist am profitabelsten?

Pro Einsatzstunde liegen Sonder-, Industrie- und Glasreinigung vorn, weil Auftraggeber dort für Qualifikation, Ausrüstung und Risiko zahlen. Über das gesamte Jahr gerechnet gewinnt allerdings häufig die Unterhaltsreinigung, weil sie sich ohne neue Akquise wiederholt und die Fixkosten dauerhaft trägt. Beide Kennzahlen gehören zusammen betrachtet, sonst führt die Antwort in die Irre.

Der Denkfehler, der in fast jedem Erstgespräch auftaucht: Ein Betrieb sieht 6,00 Euro pro Quadratmeter für eine Bauendreinigung und 1,20 Euro für die Unterhaltsreinigung und schließt daraus, die Bauendreinigung sei fünfmal so profitabel. Tatsächlich sagt der Quadratmeterpreis nichts über den Gewinn aus, solange die dafür nötige Zeit nicht danebensteht.

Warum der Quadratmeterpreis die falsche Kennzahl ist

Der Quadratmeterpreis beschreibt nur die eine Hälfte der Gleichung. Die andere heißt Flächenleistung, also wie viele Quadratmeter eine Kraft pro Stunde schafft. In der Unterhaltsreinigung von Büroflächen sind je nach Möblierung und Belag 200 bis 400 Quadratmeter pro Stunde realistisch. In der Bauendreinigung liegt der Wert um ein Vielfaches niedriger, weil Bauschmutz, Fugen, Fenster und Nacharbeiten Zeit fressen.

Rechne es einmal durch. 1,20 Euro pro Quadratmeter bei 300 Quadratmetern in der Stunde ergeben 360 Euro Stundenumsatz. 6,00 Euro pro Quadratmeter bei 40 Quadratmetern in der Stunde ergeben 240 Euro. Die vermeintlich teure Leistung liegt also hinten, sobald man auf Stunden umrechnet. Genau deshalb ist der Deckungsbeitrag pro Einsatzstunde die einzige Kennzahl, die Reinigungsarten wirklich vergleichbar macht. Die marktüblichen Preisspannen je Leistung findest du in der Preisübersicht pro Quadratmeter.

So rechnest du den Deckungsbeitrag je Reinigungsart aus

Der Rechenweg beginnt beim Tariflohn und endet beim Ergebnis pro Stunde. Auf die 15,00 Euro in Lohngruppe 1 kommen rund 29 Prozent Personalzusatzkosten (Destatis), also Sozialabgaben, Urlaub, Lohnfortzahlung und Berufsgenossenschaft. Das ergibt reine Personalkosten von etwa 19,35 Euro pro Stunde. Erst darauf kommen unproduktive Zeiten, Material, Gemeinkosten und Gewinnaufschlag.

Der Rechenweg in vier Schritten

  1. Personalkosten je Stunde: 15,00 € Tariflohn × 1,29 ≈ 19,35 €
  2. Verrechnungssatz: 15,00 € × Faktor 1,70 ≈ 25,50 € pro produktiver Stunde (deckt Zusatzkosten, Gemeinkosten und Gewinn)
  3. Objektpreis auf Stunden umrechnen: Angebotspreis geteilt durch die tatsächlich benötigten Stunden inklusive An- und Abfahrt sowie Rüstzeit
  4. Deckungsbeitrag: Stundenerlös minus Personalkosten. Was übrig bleibt, trägt Fixkosten und Gewinn

Der entscheidende Punkt steht in Schritt drei: tatsächlich benötigte Stunden. Fahrzeit zählt mit, Rüstzeit zählt mit, das Auffüllen von Verbrauchsmaterial zählt mit. Wer nur die reine Reinigungszeit rechnet, produziert Kalkulationen, die auf dem Papier funktionieren und im Monatsabschluss nicht. Den vollständigen Weg zum Stundensatz beschreibt der Leitfaden Stundensatz in der Gebäudereinigung kalkulieren.

Deckungsbeitrag pro Einsatzstunde je ReinigungsartDeckungsbeitrag pro Einsatzstunde (relative Einordnung)SonderreinigungIndustriereinigungGlas- und FassadenreinigungGrundreinigungUnterhaltsreinigungBauendreinigung
Einordnung Reinigungsmarketing 2026 – Ertrag pro Einsatzstunde, nicht pro Quadratmeter. Keine Umsatzangabe, sondern Erfahrungswerte aus der Objektkalkulation.

Warum die Glasreinigung trotz höherem Lohn besser verdient

Glas- und Fassadenreinigung ist tariflich in Lohngruppe 6 eingeordnet und kostet dich 2026 mit 18,40 Euro pro Stunde 3,40 Euro mehr als die Innenreinigung (BIV). Trotzdem ist sie in der Praxis eine der ertragsstärksten Leistungen. Der Grund ist einfach: Der Preis, den Auftraggeber für Höhenarbeit und Fachtechnik akzeptieren, steigt deutlich stärker als der Lohn.

Fassadenreiniger in Sicherheitsausrüstung reinigen die Glasfassade eines Hochhauses
Bild: Pexels – Höhenarbeit kostet mehr Lohn, erlaubt aber deutlich höhere Stundenpreise

Dazu kommt ein Effekt, den viele Betriebe unterschätzen: Wettbewerbsdruck. Um den Treppenhauswisch bewerben sich in jeder Stadt dutzende Anbieter, um die Fassade im dritten Obergeschoss deutlich weniger. Weniger Vergleichsangebote heißen weniger Preisdruck. Deshalb ist die Glasreinigung für die meisten Betriebe der sinnvollste erste Schritt aus dem Preiskampf heraus, lange bevor Industrie- oder Sonderreinigung realistisch wird.

Warum die Unterhaltsreinigung trotzdem unverzichtbar bleibt

Die Unterhaltsreinigung liegt beim Ertrag pro Stunde im Mittelfeld und schlägt trotzdem fast jede Spezialleistung, sobald man ein ganzes Jahr betrachtet. Der Grund ist die Wiederholung ohne Akquisekosten. Ein Bürokunde mit drei Reinigungsgängen pro Woche bringt rund 150 Einsätze im Jahr, ohne dass du ein einziges weiteres Angebot schreiben musst.

Spezialaufträge sehen im Einzelfall besser aus, kosten aber jedes Mal Vertrieb: Anfrage, Besichtigung, Angebot, Nachfassen. Rechnet man diesen Aufwand ehrlich ein, schrumpft der Vorsprung erheblich. Deshalb funktioniert die Kombination am besten, die wir bei stabilen Betrieben regelmäßig sehen: ein Fundament aus Unterhaltsverträgen, das die Fixkosten deckt, plus zwei bis drei ertragsstarke Zusatzleistungen im selben Kundenstamm. Welche Leistungen dafür infrage kommen, zeigt der Überblick über die Reinigungsarten.

Reinigungskraft saugt den Boden eines großen Saals im Rahmen der Unterhaltsreinigung
Bild: Pexels – Unterhaltsreinigung punktet nicht beim Stundenertrag, sondern bei der Wiederholung

Die vier Margenkiller, die jede Kalkulation aushebeln

Die meisten Betriebe verlieren ihre Marge nicht im Angebot, sondern im Alltag. Vier Ursachen tauchen in den Nachkalkulationen, die wir mit Kunden durchgehen, immer wieder auf. Keine davon hat mit der Reinigungsqualität zu tun.

  1. Fahrzeiten: Drei kleine Objekte quer durch die Stadt können mehr unbezahlte Zeit erzeugen als der eigentliche Auftrag Umsatz bringt. Objekte gehören geografisch gebündelt.
  2. Rüst- und Nebenzeiten: Anfahrt zum Lager, Material holen, Schlüssel abholen, Anwesenheitsliste ausfüllen. Alles Zeit, die im Angebot selten auftaucht.
  3. Nachlässe aus Reflex: Wer bei jeder Preisfrage automatisch zehn Prozent nachlässt, verschenkt am Ende genau die Marge, die den Gewinn ausmacht. Wie du das sauber löst, steht im Beitrag zur Preiserhöhung ohne Kundenverlust.
  4. Fehlende Nachkalkulation: Ohne erfasste Ist-Zeiten je Objekt weiß niemand, welcher Auftrag trägt und welcher zuschießt. Das ist der teuerste Punkt der Liste.

Der vierte Punkt ist deshalb so heikel, weil er alle anderen unsichtbar macht. Solange nur die Rechnungssumme bekannt ist, sieht jedes Objekt profitabel aus. Erst wenn die tatsächlichen Stunden danebenstehen, wird sichtbar, dass ein Objekt seit Monaten unter Kosten läuft.

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Ein Objekt zahlt seit acht Monaten drauf. Du merkst es beim Steuerberater.

Der Auftrag war mit vier Stunden kalkuliert, das Team braucht sechs. Auf der Rechnung sieht man das nicht, im Kalender auch nicht. Erst im Jahresabschluss fällt auf, dass ausgerechnet der größte Kunde die Marge frisst.

  • Zeiterfassung direkt am Objekt, damit Soll- und Ist-Stunden je Auftrag nebeneinander stehen.
  • Angebote, Aufträge und Rechnungen in einer Pipeline, statt verteilt auf Ordner, Mail und Zettel.
  • Auswertung je Kunde und Objekt, damit du früh siehst, welcher Auftrag nachverhandelt gehört.
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Wie steigerst du die Marge, ohne neue Leistungen aufzubauen?

Bevor du in eine neue Reinigungsart investierst, lohnt sich der Blick auf den Bestand. Drei Hebel wirken dort schneller als jede Spezialisierung, weil sie weder Ausrüstung noch neue Kunden brauchen.

Erstens Routenbündelung: Objekte im selben Viertel in derselben Schicht sparen Fahrzeit, die niemand bezahlt. Zweitens Zusatzleistungen im Bestand: Glas-, Grund- und Sonderreinigung an bestehende Unterhaltskunden zu verkaufen kostet fast keinen Vertrieb. Drittens Preispflege: Verträge, die seit drei Jahren unverändert laufen, haben zwei Tarifrunden nicht mitgemacht. Wie du das aufholst, ohne Kunden zu verlieren, steht in unserem Beitrag zur Kalkulation der Büroreinigung. Und wenn zusätzliche Objekte fehlen, hilft der Leitfaden Gewerbekunden gewinnen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Reinigungsart bringt die höchste Marge?

Pro Einsatzstunde liegen Sonder-, Industrie- und Glasreinigung vorn, weil Auftraggeber dort für Qualifikation, Ausrüstung und Risiko zahlen. Über das Jahr gerechnet gewinnt jedoch häufig die Unterhaltsreinigung, weil sie sich ohne neue Akquise wiederholt und die Fixkosten dauerhaft deckt. Beide Kennzahlen gehören zusammen betrachtet.

Woran erkenne ich, ob ein Reinigungsauftrag profitabel ist?

Entscheidend ist der Deckungsbeitrag pro Einsatzstunde, nicht der Quadratmeterpreis. Rechne den Objektpreis auf die tatsächlich benötigten Stunden inklusive An- und Abfahrt sowie Rüstzeit herunter und ziehe deinen Verrechnungssatz ab. Was übrig bleibt, ist die reale Marge. Ohne Nachkalkulation bleibt das eine Vermutung.

Warum sind hohe Quadratmeterpreise nicht automatisch profitabel?

Weil der Quadratmeterpreis nichts über die Flächenleistung sagt. Eine Bauendreinigung mit hohem Quadratmeterpreis kann pro Stunde weniger bringen als eine gut organisierte Unterhaltsreinigung, wenn Bauschmutz, Fugen und Nacharbeiten die Zeit vervielfachen. Erst die Umrechnung auf Stunden macht Reinigungsarten vergleichbar.

Wie hoch sollte der Verrechnungssatz in der Gebäudereinigung sein?

Ausgangspunkt ist der Tariflohn von 15,00 Euro in Lohngruppe 1 (2026). Mit rund 29 Prozent Personalzusatzkosten liegen die reinen Personalkosten bei etwa 19,35 Euro. Rechnet man unproduktive Zeiten, Material, Gemeinkosten und Gewinn ein, landen die meisten Betriebe bei einem Verrechnungssatz um 25 Euro pro Stunde.

Worauf sollte man bei der Nachkalkulation achten?

Wichtig sind die tatsächlich gearbeiteten Zeiten je Objekt, inklusive Fahrt, Rüstzeit und Nacharbeiten. Wer nur die geplanten Stunden aus dem Angebot vergleicht, sieht die Verluste nicht. Sinnvoll ist eine Erfassung direkt am Objekt und ein fester Monatstermin, an dem Soll und Ist je Auftrag gegenübergestellt werden.

Fazit: Profitabel ist keine Leistung, sondern eine Rechnung

Die profitabelste Reinigung ist nicht die mit dem höchsten Quadratmeterpreis, sondern die mit dem besten Verhältnis aus Stundenertrag und Wiederholung. In der Praxis heißt das: ein Fundament aus Unterhaltsverträgen, ergänzt um Glas-, Grund- und Sonderreinigung im selben Kundenstamm. Wer zusätzlich die Ist-Zeiten je Objekt kennt, erkennt Verlustaufträge nach Wochen statt nach Jahren.

Reinigungsmarketing sorgt dafür, dass die richtigen Anfragen überhaupt erst hereinkommen: Direktkunden aus deiner Region, exklusiv, ohne Ausschreibungsschlacht. Wer statt Preiskampf lieber profitable Objekte gewinnen will, sollte das kostenlose Erstgespräch nutzen.

Profitable Objekte statt Preiskampf

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, welche Auftraggeber in deiner Region die besten Margen zahlen und wie du genau diese Anfragen planbar bekommst.

Direkt anrufen: +49 1575 2997244

Mo–Fr, 09:00–18:00 Uhr · Ansprechpartner: Dusan Andric, Leitung Beratung & Vertrieb