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Reinigungsfirma gründen: Schritt-für-Schritt-Guide 2026

12. Juli 2026Gennadios Tsachidis11 Min. Lesezeit
Gebäudereiniger putzen Fenster an einem hohen Bürogebäude – so gründest du 2026 eine Reinigungsfirma
Bild: Pexels

Kaum eine Branche ist so leicht zu betreten – und so unterschätzt. Das deutsche Gebäudereiniger-Handwerk setzt jährlich rund 27,55 Milliarden Euro um und ist zwischen 2015 und 2024 um 80,2 % gewachsen, mehr als doppelt so stark wie das Gesamthandwerk (BIV Branchenreport 2025). Das Beste: Für den Start brauchst du weder einen Meisterbrief noch viel Kapital. Dieser Guide führt dich in 7 klaren Schritten von der Idee zur ersten Rechnung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gebäudereinigung ist ein zulassungsfreies Handwerk – du brauchst keinen Meisterbrief, nur den Eintrag in die Handwerksrolle
  • Als Einzelunternehmen startest du mit wenigen hundert Euro – niedriger Kapitalbedarf ist der größte Vorteil der Branche
  • Der Gründungsweg: Gewerbe anmelden → Handwerksrolle → Rechtsform → Betriebshaftpflicht → Ausstattung → Preise → Kunden
  • Ein nebenberuflicher Start ist problemlos möglich – ideal, um das Geschäft ohne volles Risiko aufzubauen
  • Die eigentliche Hürde ist nicht die Gründung, sondern die ersten Kunden – hier entscheidet sich, ob die Firma trägt

Braucht man einen Meister, um eine Reinigungsfirma zu gründen?

Nein – und das ist der wichtigste Punkt vorweg. Die Gebäudereinigung steht nicht auf der Liste der zulassungspflichtigen Handwerke (Anlage A der Handwerksordnung), sondern gilt als zulassungsfreies Handwerk (Handwerksordnung, Anlage A). Du darfst also ohne Meisterbrief gründen. Verpflichtend ist nur der Eintrag in die Handwerksrolle bei deiner Handwerkskammer – im Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke.

Der Meistertitel bleibt freiwillig. Er bringt Vorteile – du darfst ausbilden, wirkst bei öffentlichen Auftraggebern seriöser und kannst höhere Preise begründen – ist aber keine Voraussetzung. Für den Einstieg zählt: niedrige Hürde, schneller Start. Genau das macht die Branche für Gründer so attraktiv.

In 7 Schritten zur eigenen Reinigungsfirma

Der Gründungsweg ist überschaubar und in wenigen Wochen machbar. Diese sieben Schritte bringen dich von der Anmeldung bis zum ersten bezahlten Auftrag – in genau dieser Reihenfolge.

  1. Gewerbe anmelden – beim örtlichen Gewerbeamt, meist für eine geringe Gebühr (je nach Kommune rund 20–65 €)
  2. In die Handwerksrolle eintragen – bei der Handwerkskammer, im Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke (kein Meister nötig)
  3. Rechtsform wählen – Einzelunternehmen, GbR, UG oder GmbH (siehe unten)
  4. Betriebshaftpflicht abschließen – Pflichtbaustein, bevor du das erste Objekt betrittst
  5. Grundausstattung beschaffen – Reinigungsmittel, Geräte, Arbeitskleidung, ggf. ein Fahrzeug
  6. Preise kalkulieren – auf Basis von Tariflohn, Nebenkosten und Reinigungsleistung pro Stunde
  7. Erste Kunden gewinnen – Google-Profil, Direktakquise bei Hausverwaltungen und Gewerbe, Empfehlungen

Die ersten fünf Schritte sind reine Formalität – erledigt in ein bis zwei Wochen. Die Schritte sechs und sieben entscheiden über den Erfolg. Wie du sauber kalkulierst, zeigt unser Leitfaden zur Preisgestaltung im Reinigungssektor.

Reinigungsteam mit Ausrüstung vor einem modernen Gebäude – erste Schritte der eigenen Reinigungsfirma
Bild: Pexels – vom Einzelstart zum eigenen Reinigungsteam

Welche Rechtsform passt für deine Reinigungsfirma?

Die meisten Gründer starten als Einzelunternehmen – schnell, günstig, ohne Mindestkapital. Wer das persönliche Haftungsrisiko begrenzen will, greift zur UG (haftungsbeschränkt), die gesetzlich ab 1 € Stammkapital gegründet werden kann, oder zur GmbH mit 25.000 € Stammkapital (IHK Region Stuttgart). Gründest du zu zweit, ist die GbR der einfachste Weg.

Faustregel: Solange du allein arbeitest und die Objekte überschaubar sind, reicht das Einzelunternehmen. Sobald du Personal einstellst, größere Gewerbeobjekte übernimmst oder das Haftungsrisiko steigt, lohnt der Wechsel zur UG oder GmbH. Der Wechsel ist jederzeit möglich – lass dich vor der Entscheidung kurz steuerlich beraten, das spart später Geld.

Umsatzwachstum 2015–2024: Gebäudereinigung vs. GesamthandwerkUmsatzwachstum 2015–2024Gebäudereiniger-Handwerk+80,2 %Gesamthandwerk Deutschland+40,1 %
Quelle: BIV Branchenreport 2025 (Umsatzwachstum 2015–2024)

Was kostet die Gründung einer Reinigungsfirma?

Die reinen Gründungskosten sind niedrig – einer der Gründe, warum die Branche so viele Gründer anzieht. Als Einzelunternehmen kommst du oft mit wenigen hundert Euro aus: die Gewerbeanmeldung (rund 20–65 €, je nach Kommune), der Eintrag in die Handwerksrolle (grob 100–200 €) sowie die Grundausstattung und Betriebshaftpflicht. Ein eigenes Fahrzeug ist anfangs kein Muss.

Teurer wird es erst mit der Rechtsform: Eine UG lässt sich mit geringem Stammkapital gründen, verursacht aber Notar- und Handelsregisterkosten; bei der GmbH kommen die 25.000 € Stammkapital hinzu. Plane realistisch auch einen Puffer für die ersten Monate ein – bis regelmäßige Aufträge laufen, tragen dich deine Reserven. Was am Ende zählt, ist nicht das Startkapital, sondern wie schnell die ersten zahlenden Kunden kommen.

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Firma gegründet – und ab Tag 1 im Zettelchaos.

Die erste Anfrage steht im WhatsApp, der Angebotstext liegt in den Notizen, der Termin im Kopf. Drei Wochen später weißt du nicht mehr, wem du was zu welchem Preis versprochen hast – und die zweite Anfrage ist längst untergegangen. So verlieren neue Betriebe ihre ersten Kunden, bevor die Firma überhaupt läuft.

  • Jede Anfrage landet in einer klaren Pipeline – von der ersten Firma an, statt in fünf Apps verstreut.
  • Angebote, Objektdaten und Termine an einem Ort – du wirkst vom Start weg professionell.
  • Der Bewertungs-Sammler baut dein Google-Profil auf, während du noch beim ersten Kunden putzt.
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Reinigungsfirma nebenberuflich gründen – geht das?

Ja, und es ist einer der klügsten Wege in die Selbstständigkeit. Weil weder Meisterbrief noch Mindestkapital nötig sind, kannst du eine Reinigungsfirma problemlos nebenberuflich starten: Kleingewerbe anmelden, in die Handwerksrolle eintragen und mit ein bis zwei Objekten am Feierabend oder am Wochenende beginnen. So baust du dir einen Kundenstamm auf, ohne dein festes Einkommen zu riskieren.

Wichtig sind drei Dinge: Informiere deinen Arbeitgeber über die Nebentätigkeit, prüfe die Kleinunternehmerregelung für die Umsatzsteuer und halte Arbeits- und Ruhezeiten ein. Sobald die Aufträge dein Angestelltengehalt spürbar ergänzen, ist der Wechsel in die Vollselbstständigkeit ein kalkulierter Schritt statt eines Sprungs ins Ungewisse.

Wie kommst du an die ersten Kunden?

Hier entscheidet sich alles. Die Gründung ist Formsache – der Auftragsfluss ist die eigentliche Arbeit. Für den Start funktionieren drei Kanäle am zuverlässigsten: ein optimiertes Google Unternehmensprofil, mit dem du bei „Gebäudereinigung + Stadt" lokal sichtbar wirst, die direkte Ansprache von Hausverwaltungen und Gewerbekunden im Umkreis, und konsequent eingeholte Empfehlungen zufriedener Erstkunden.

Setze von Anfang an auf regelmäßige Gewerbekunden statt einmaliger Privatjobs – ein Bürokunde mit wöchentlicher Reinigung bringt planbaren Umsatz. Welche Wege im Detail funktionieren, zeigt unser Leitfaden Reinigungsaufträge finden: 12 Wege an neue Aufträge. Und wie du profitabel statt im Preiskampf kalkulierst, liest du in der Preisgestaltung im Reinigungssektor.

Häufig gestellte Fragen

Braucht man einen Meister, um eine Reinigungsfirma zu gründen?

Nein. Das Gebäudereiniger-Handwerk ist ein zulassungsfreies Handwerk (Anlage B1 der Handwerksordnung) und steht nicht auf der Liste der meisterpflichtigen Berufe. Du musst dich zwar in die Handwerksrolle eintragen lassen, brauchst dafür aber keinen Meisterbrief. Der Meistertitel bleibt freiwillig und ist vor allem für Ausbildung und öffentliche Aufträge interessant.

Wie viel Startkapital braucht man für eine Reinigungsfirma?

Als Einzelunternehmen kommst du mit wenigen hundert Euro aus: Gewerbeanmeldung, Eintrag in die Handwerksrolle, eine Grundausstattung und die Betriebshaftpflicht. Für eine UG genügt gesetzlich ab 1 € Stammkapital, für eine GmbH sind 25.000 € vorgeschrieben. Der niedrige Kapitalbedarf ist einer der größten Vorteile der Branche.

Welche Rechtsform ist für eine Reinigungsfirma am besten?

Die meisten starten als Einzelunternehmen – schnell, günstig und ohne Mindestkapital. Wer das Haftungsrisiko begrenzen will, wählt eine UG (haftungsbeschränkt) ab 1 € Stammkapital, die sich später zur GmbH (25.000 €) ausbauen lässt. Zu zweit ist die GbR üblich. Die passende Form hängt von Haftung, Steuern und Wachstumsplan ab.

Kann man eine Reinigungsfirma nebenberuflich gründen?

Ja. Weil weder ein Meisterbrief noch ein Mindestkapital nötig sind, eignet sich die Reinigungsbranche gut für einen nebenberuflichen Start. Du meldest ein Kleingewerbe an, trägst dich in die Handwerksrolle ein und beginnst mit ersten Objekten am Feierabend. Informiere deinen Arbeitgeber und beachte Steuer- und Sozialversicherungsregeln.

Welche Versicherungen braucht eine Reinigungsfirma?

Die wichtigste ist die Betriebshaftpflichtversicherung – sie deckt Schäden an Kundeneigentum, die bei der Reinigung entstehen. Dazu kommen bei Personal die gesetzliche Unfallversicherung (BG) und je nach Situation eine Inhaltsversicherung für Geräte. Ohne Betriebshaftpflicht solltest du kein einziges Objekt betreten.

Fazit: Der Einstieg ist leicht – das Wachstum ist die Kunst

Eine Reinigungsfirma zu gründen ist in Deutschland bemerkenswert einfach: kein Meisterzwang, wenig Kapital, in wenigen Wochen angemeldet. Genau deshalb ist die Formalität nie das Problem – die Frage ist, ob nach der Gründung planbar Kunden kommen. Wer von Anfang an auf regelmäßige Gewerbekunden, saubere Kalkulation und ein System für Anfragen setzt, baut kein Nebeneinkommen, sondern einen Betrieb.

Reinigungsmarketing hilft frisch gegründeten wie etablierten Reinigungsunternehmen, genau diesen Auftragsfluss aufzubauen – Direktkunden, keine Ausschreibungen, exklusiv pro Region. Wer nicht monatelang testen, sondern von Beginn an mit System wachsen will, sollte das kostenlose Erstgespräch nutzen.

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